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Trapped - Metalspheres Fanzine

Hanau ist ja bekanntlich so etwas wie ein Metal-Mekka. Für wen, weiß ich nicht so genau, könnte aber stimmen. Wenn ich mir diesen überaus ambitionierten Output von Ira Tenax aus eben jenem Städtchen bei Frankfurt genauer ansehe, dann denk ich mir auf jeden Fall, dass dort gutes Kraut wachsen könnte. Und ich erinnere mich dunkel, dass ich anno 1987 mal bei einem recht gepflegten Gig von Destruction plus Tankard und Agent Steel in besagter Gegend war.
Es ist immer schwer, den Release einer Band zu besprechen, die den Mut hatten, alles auf eigene Faust zu machen. Da gibt es nun mal die ein oder andere Unzulänglichkeit, da klingen die Drums hölzern, ist die Gitarre zu weit „hinten“ oder nicht wirklich drückend spürbar, wie das bei gutem Metal nun aber sein sollte. Lassen wir das aber außen vor, ist „Trapped“ ein ordentliches Stück Musik, das man sich gut anhören kann. Besonders zu gefallen weiß dabei der Abwechslungsreichtum: Ira Tenax pendeln zwischen bösem Death, feinem Thrash und doomigen Gebolze hin und her und locken den Hörer auf scheinbar bekannte Pfade, nur um ihn auf einmal jäh aus gemeint bekannten Gefilden zu entführen und ich unbekannte Gewässer zu schleudern. Hier boxen Six Feet Under mit System Of A Down, werden von Suicidal kurz gestreichelt und galoppieren dann mit Type O davon.
Ein Problem ist jedoch das insgesamt noch etwas heterogene Songmaterial. Das ist bei längeren Alben normal – jedoch ist bei Ira Tenax der Unterschied zwischen den herausragenden Tracks und den eher schwachen Stücken recht groß. Zudem muss ich zugeben, dass mich die Stimme auf Dauer bisweilen etwas nervt. Ich möchte fast sagen, dass sie partiell zu bemüht böse ist, bzw. bisweilen zu dünn ist. Aber auch das ist subjektiv, ich finde z.B. auch King Diamond okay, andere brechen beim Erwähnen des Namens schon zusammen. Spieltechnisch ist hier auf jeden Fall definitiv alles im grünen Bereich. Wenn nun der Sound noch etwas ausgereifter gestaltet werden kann und die Vocals ein Feintuning erfahren, erwarte ich durchaus einige sehr interessante Entwicklungen im Haus des ewigen Zorns – welches im metallischen Mekka Hessens steht.

Geschrieben von Christian

 
 
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